Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
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Gemeindehäuser und Tempel - Kurzfilm

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Entwicklung der Kirche in der Schweiz

Ein chronologischer Überblick

Ausführliche Chronik als PDF

24. November 1850: Elder Lorenzo Snow (1814-1901) vom Kollegium der Zwölf Apostel ordiniert einen seiner Mitarbeiter, Elder Thomas Brown Holmes Stenhouse (1824-1882), zum Hohenpriester. Er überträgt ihm gleichzeitig die Aufgabe, über die Alpen nach Genf zu reisen, um dort mit der Verkündigungsarbeit in der Schweiz zu beginnen.

Dezember 1850: Früh im Monat trifft Elder Stenhouse mit einer Hand voll Unterlagen in Genf ein. Die ersten Monate seines Aufenthalts in Genf bringt er hauptsächlich damit zu, die französische Sprache zu erlernen. Er unternimmt ausserdem Anstrengungen zur Übersetzung einiger der mitgebrachten Missionsbroschüren ins Französische.

Februar 1851: Elder Lorenzo Snow besucht seinen Weggefährten Elder Stenhouse in Genf. Elder Snow zeigt sich "zufrieden mit der Aussicht, das Evangelium in Genf einzuführen. Ich fühle mich frei und in einer freien Umgebung und prophezeie Gutes für die Schweiz". Während seines Aufenthalts in der Schweiz weiht Apostel Snow das Land für die Verkündigung des Evangeliums.

5. März 1851: Jean-Claude Mazuire (*1810) aus Genf lässt sich in der Rhône als erstes Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der Schweiz taufen. Dieser ersten Taufe folgen bald mehrere weitere nach und bis Ende des Jahres zählt die junge Mission in Genf 20 Bekehrtentaufen.

Mai 1852: Abschluss der Übersetzungsarbeiten des Buches Mormon in die deutsche und französische Sprache unter der Leitung des Apostels John Taylor (1808-1887). Wenige Monate später liegt die erste deutsch/französische Ausgabe des Buches Mormon vor; der Buchdruck ist so arrangiert, dass sich der deutsche und französische Text jeweils gegenüberstehen. Nur wenige Monate später wird das Buch Mormon auch in Italienisch veröffentlicht.

26. März 1853: Mit der Ankunft von Elder George Mayer (1805-1896) in Basel nimmt die Missionsarbeit in der Deutschschweiz ihren Anfang. Von Basel aus breitet sich die Kirche in den Jahren 1854 bis 1857 nach und nach in den Kantonen Zürich, Bern, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen aus, etwas später auch in den Kantonen Graubünden, Glarus, Aargau und Solothurn. Schwieriger ist es für die Kirche, in der katholisch-konservativen Innerschweiz Fuss zu fassen. Auch heute noch ist Luzern die einzige Innerschweizer Stadt, in der sich eine Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzen Tage befindet.

Januar 1869: Unter Missionspräsident Karl Gottfried Mäser (1828-1901) erscheint in Zürich die neue Kirchenzeitschrift "Der Stern", eine offizielle Publikation der Schweizerisch-Deutschen Mission, deren Verbreitung sich auf den ganzen deutschsprachigen Raum erstreckt. Im Januar 2000 erfolgt im Zuge einer weltweiten Vereinheitlichung die Umbenennung in "Liahona", ein Begriff aus dem Buch Mormon, der "Kompass" bedeutet .

April 1876: Die erste deutsche Ausgabe des Buches ?Lehre und Bündnisse? wird in Bern veröffentlicht. Die Übersetzung nahm Elder Henry Eyring (1832-1902) in den Jahren 1875-1876 vor. ?Lehre und Bündnisse? ist eine heilige Schrift, "Offenbarungen enthaltend, die Joseph Smith, dem Propheten, gegeben wurden, nebst einigen Hinzufügungen seiner Nachfolger in der Präsidentschaft der Kirche".

30. Juni 1882: Gründung der ersten Frauenhilfsvereinigung der Schweizerisch-Deutschen Mission durch Missionspräsident Peter Friedrich Gass (1840-1909) in Bern.

Dezember 1882: Die erste deutsche Ausgabe des Buches "Die Köstliche Perle" wird in Bern veröffentlicht. Die Übersetzung nahm Missionssekretär Elder Johann Jakob Walser (1849-1937) vor. "Die Köstliche Perle" ist eine heilige Schrift, "eine Auswahl aus den Offenbarungen, Übersetzungen und Schriften von Joseph Smith, erster Prophet, Seher und Offenbarer für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage".

7. Januar 1883: Gründung der ersten Sonntagsschule der Schweizerisch-Deutschen Mission durch Missionspräsident Peter Friedrich Gass in Schaffhausen. Die Sonntagsschule sollte in den kommenden Jahrzehnten einen entscheidenden Einfluss auf die Missionstätigkeit und die Entwicklung der Kirche im Allgemeinen im deutschsprachigen Gebiet haben.

19. August 1906: Als erster Kirchenpräsident überhaupt besucht Joseph Fielding Smith (1838-1918) die Mitglieder in der Schweiz. Im grossen Saal des Café des Alpes zu Bern findet eine historische Konferenz statt, während deren Verlauf Präsident Smith die Hände ausstreckt und verkündet: "Die Zeit wird kommen, wo es in diesem Land viele Tempel geben wird, in die Sie gehen und in denen Sie Ihre Toten erlösen können." Ferner erklärt er: "Tempel Gottes? werden in verschiedenen Ländern der Erde errichtet werden."

15. Juli 1915: Der Familienheimabend wird in der ganzen Kirche eingeführt; im deutschsprachigen Raum geschieht dies mittels Kundmachung in der zweiten Juli-Ausgabe 1915 des "Stern". Der Artikel zitiert Präsident Joseph F. Smith wie folgt: "Wir raten Ihnen und fordern Sie auf, dass alle Familien in der Kirche den Familienheimabend einführen, bei dem der Vater und die Mutter ihre Kinder um sich scharen und sie das Wort des Herrn lehren. Auf diese Weise können die Eltern besser herausfinden, was ihre Kinder brauchen? Wir verheissen den Heiligen: wenn Sie diesen Rat befolgen, werden ihnen daraus grosse Segnungen erwachsen. Die Liebe in der Familie wird zunehmen, und die Kinder werden den Eltern gehorsamer sein. Im Herzen der Jugend Israels wird der Glaube wachsen, und die jungen Leute werden die Kraft haben, bösen Einflüssen und Versuchungen zu widerstehen."

6. April 1930: Wie überall auf der Welt, wo die Kirche vertreten ist, gedenken auch die Mitglieder in der Schweiz dem 100. Gründungsjahr der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Oktober 1939: Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führt zur Evakuierung sämtlicher ausländischer Missionare aus der Schweiz; in Deutschland waren die Missionare schon einige Monate zuvor abgezogen worden.

11. September 1955: Kirchenpräsident David Oman McKay (1873-1970) weiht den ersten Tempel ausserhalb Nordamerikas, den Bern Schweiz Tempel bei Zollikofen, in 10 Weihungssessionen. Die Weihungsfeierlichkeiten sind umrandet von herrlichen Konzerten des Mormonen Tabernakel Chors in Bern und Zürich, die stürmischen Beifall des Publikums ernten. Während der Weihungszeremonien führt Präsident David O. McKay in einer seiner Reden aus: "Dieses Haus, das wir diese Woche weihen, wurde gebaut, weil wir wissen, dass der Tod nicht das Ende dieses Lebens ist, sondern dass die Geister weiter leben werden. Wir können ? nicht die Stimmen unserer Lieben hören; wir können sie nicht sehen; wir fühlen sehr selten ihre Gegenwart; aber sie sind in ihrer Umgebung so gegenwärtig, dort, wo sie für uns tot sind, genau so wie wir uns hier in diesem Haus befinden."

In den Jahren 1990-1992 wird der Tempel einem umfassenden Umbau unterzogen. Die erneute Weihung wird von Präsident Gordon B. Hinckley (*1910) von der Ersten Präsidentschaft am 23. Oktober 1992 vorgenommen.

28. Oktober 1961: Gründung des ersten Schweizer Pfahls Zürich, unter dem Vorsitz von Präsident Henry Dinwoodey Moyle (1889-1963), Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft.

Juni 1963: Mit der Missionsarbeit unter der italienischsprachigen Bevölkerung der Schweiz wird schon 1962 begonnen: im Juni 1963 treffen die ersten vier Missionare der Schweizerischen Mission in Lugano ein. Im Herbst 1966 wird der Zweig Lugano formell organisiert. Damit ist die Kirche in allen drei Sprachregionen der Schweiz organisiert.

3. Mai 1981: Gründung des zweiten Schweizer Pfahls Bern, unter dem Vorsitz von Apostel Ezra Taft Benson (1899-1994).

20. Juni 1982: Gründung des dritten Schweizer Pfahls Genf, unter dem Vorsitz von Apostel Ezra Taft Benson (1899-1994).

13. Juni 2003: Bundespräsident Pascal Couchepin (*1942) empfängt als erster Bundesrat überhaupt eine offizielle Delegation von Vertretern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der Schweiz, bestehend aus Elder Don Lee Tobler (*1933), Präsident der Gebietspräsidentschaft Europa Mitte, Louis Weidmann, Präsident des Pfahles Bern und Mark W. Prohaska vom Komitee Öffentlichkeitsarbeit in der Schweiz.

4. Juli 2003: Mit einem festlichen Akt im KKL Luzern feiern die Deutschschweizer Mitglieder am 4. Juli 2003 das Bestehen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der deutschsprachigen Schweiz seit 150 Jahren. Der feierlichen Versammlung folgt ein geselliges Beisammensein auf drei verschiedenen Tanzschiffen auf dem Vierwaldstättersee.

28. August 2005: Gründung des vierten Schweizer Pfahls Lausanne, unter dem Vorsitz von Apostel Dieter Friedrich Uchtdorf (*1940).

6. Mai 2007: Gründung des fünften Schweizer Pfahls St. Gallen, unter dem Vorsitz von Elder Bruce Clark Hafen (*1940), Gebietspräsident des Gebiets Europa Mitte.

Gegenwärtig gibt es in der Schweiz rund 8'000 Mitglieder in 5 Pfählen und 1 Distrikt (der Zweig Lugano gehört zum italienischen Distrikt Como) bzw. 40 Gemeinden und Zweigen. Ausserdem 2 Missionen (Genf und Zürich) sowie einen Tempel, in der Nähe von Bern.